6 Tipps für deinen Weg zum einfachen, ökologischen, aber keinesfalls unkreativen, langweiligen Kleiderschrank.


Was uns so überfordert ist: Wir haben einfach viel zuviel zuviel! Neulich hab ich eine Doku gesehen, da hatte eine Frau NACH dem Entrümpeln ihres Schrankes noch immer 70 T-Shirts übrig! Wer soll die alle tragen?!

Seit 2015 haben wir hier in Dresden auch einen Primark. In der Innenstadt sieht man sie in Scharen: Junge Frauen mit so vielen Papiertüten, dass sie sie kaum noch tragen können. Es gibt einen regelrechten Primark-Tourismus. Sie kommen in Reisebussen, fallen über den Laden her und fahren mit ihren Tüten wieder nach Hause.

Ja, Primark hat tatsächlich witzige Pyjamas und süße BHs.

 

Aber es macht mich traurig.

Das liegt daran, wie viele der Kunden im Laden (und vermutlich auch Zuhause) mit den Kleidern umgehen:

Die Klamotten türmen sich in riesigen Stapeln auf unendlich vielen Tischen. Kundinnen zerren ein Teil raus, halten es vor sich – und werfen es einfach zurück. Oder auf den Boden.

Ist ja nicht teuer, ist also auch nicht viel wert.

Da ist keine Wertschätzung.

Dabei steckt in jedem Stück so viel Arbeit, Arbeit vieler Menschen!

Bisher war das einzige Positive, was ich über diese Ladenkette sagen konnte, dass sie wenigstens bei den Millionen von Teilen, die dort rausgeschleppt werden, Papier- statt Plastiktüten verwenden.

Leider ist das inzwischen offenbar auch anders.

Ich war auch zwei, drei Mal bei Primark, und ich hab auch ein paar Teile dort gekauft, aber die kann ich an einer Hand abzählen: Drei Kleider, ein Paar Pantoffeln, eine Winterjacke.

Und die trage ich immer noch – schon die vierte Saison.

Minimalismus heißt ja nicht, gar nichts mehr zu kaufen. Es bedeutet vielmehr, zu wissen, wann man genug hat.

 

Mein absoluter Tipp #1 ist daher: Entrümpeln!

Schmeiß alle Teile raus,

  • die du nicht mehr magst,
  • die dir nicht mehr passen
  • oder die löcherig und kaputt oder ausgeleiert oder ausgeblichen sind.

Diese Dinge sind nämlich der Energiefresser Nr. 1 in deinem Leben, weil du dich jedes Mal wieder schlecht fühlst, wenn du sie siehst oder herumschiebst oder anziehen willst.

Eliminiere sie! Jetzt!

Wenn du weniger Teile im Schrank hast, hast du mehr Übersicht, und du weißt, dass dir jedes Kleidungsstück passt, gefällt, schmeichelt und mit allen anderen gut zu kombinieren ist.

Weniger Überforderung jeden Morgen!

 

Ich bin so minimalistisch, dass ich nicht mal einen Kleiderschrank besitze

Ich habe eine Kommode mit 3 großen Schubfächern. Und dazu eine Truhe und ein paar Kisten unter dem Bett.

In der Kommode sind alle Kleider der aktuellen Jahreszeit. Sortiert nach Kombinationen (mehr dazu gleich).

In den Kisten unter dem Bett befinden sich alle meine sonstigen Sachen – und Dekogegenstände -, die gerade nicht Saison haben. Aber auch meine Rucksäcke, der Schlafsack, ein paar andere Dinge.

Ich bin weit entfernt davon, vollkommen zu sein. Aber ich versuche, mir genau zu überlegen, welches neue Teil ich wirklich brauche.

Und es dann so lange wie möglich zu tragen.

Nur die Dinge zu besitzen, die du wirklich liebst, erspart dir so viel Zeit und Nerven.

 

Tipp #2: Tauschen. Andere haben auch schöne Kleider

Warum nicht mal untereinander tauschen?!

So kommen ungenutzte Dinge wieder in Umlauf und fühlen sich beim neuen Besitzer an wie neu.

Einige meiner Lieblingsstücke – mein Cardigan, oder der lange grüne Rock – stammen aus dem Kleidertausch oder von Verwandten und Bekannten.

(Das rote Langarmshirt, den lila Schal und das schwarze Top hab ich auch schon seit vielen Jahren.)

 

Tipp #3: Second Hand ist kreativer, ökologischer, individueller und fühlt sich genau so „neu“ an

Um das Gefühl von Belohnung, Schnäppchen oder „Gönnung“ zu bekommen, musst du kein nagelneues Teil aus dem Discounter erlegen. Das geht mit Second Hand-Sachen genau so gut, und ich finde ja eh, die sind viel individueller.

Meine bunte Tasche z. B., auf die ich so oft angesprochen werde, stammt von Kleiderkreisel, einer Online-Kleidertauschbörse.

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, eine gestrickte kunterbunte Hippietasche haben zu wollen, das hab ich in die Suchmaschine eingegeben, et voila: Da war sie. Jemand anders wollte sie gerade loswerden. Preisgünstig, weiterverwendet. Beide Seiten waren glücklich.

Ein minimalistischer Kleiderschrank oder Capsule Wardrobe muss nicht langweilig sein. Ich peppe meine durch viele tolle Farben und individuelle Schnitte auf.

Werde kreativ! Leb dich aus.

 


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Tipp #4: Upcycling macht Spaß

Neulich ist mir meine Jeans vom Hintern gefallen. Die einzige, die ich besaß, und sie war aus C & A-Biobaumwolle. Ich hatte sie seit bestimmt 5 Jahren. Und bekommen hatte ich sie von meiner Schwester, der sie zu groß geworden war.

Vermutlich werde ich keine Jeans nachkaufen, jedenfalls keine brandneue, denn ich weiß jetzt, wie viele Rohstoffe in der Baumwollproduktion stecken, wie viele schädliche Chemikalien die Arbeiter verwenden müssen.

Und ich trage eh gern Röcke und Kleider und Lagenlook und besitze genügend Klamotten zum Kombinieren. Und Jeans waren für mich immer nur eine schnelle faule Alternative zu schöneren, auch feminineren Outfits.

Die Jeans hab ich dann zu Spielknochen und Leckerli-Beutel für unsere Hunde verarbeitet:

Du kannst auch andere Kleidung aus kaputt gegangenen Sachen machen. Meine Schwester hat mal aus zwei Hosen einen Rock geschneidert. Ich hab schon mal Shirts zu Armstulpen und Longtops zusammengenäht.

Und die schwarze Nackenrolle auf dem Kommoden-Bild weiter oben ist ein altes Hemd meines Liebsten.

 

Kleidung kostet so viel mehr, als auf dem Preisschild steht

Von dem, was alles in einer Jeans steckt, sprach ich ja eben schon kurz.

Wir hatten einen wunderschönen Klamottenladen hier in Dresden, der mich sehr inspiriert hat: Das Clamotti in der Neustadt. (Inzwischen ist die Inhaberin auf Festivals mobil unterwegs und hat keinen festen Laden mehr hier.) Handgemachte Hippiesachen aus fair gewebten Stoffen.

Die Teile kosten 100 – 300€. Es sind Einzelanfertigungen oder Miniauflagen, mit Trichterärmeln, spitzen Kapuzen, wunderbaren Farben. Und wenn’s nicht ganz passt, wird’s im Laden für dich individuell angepasst.

Die viele Arbeit und die faire Herstellung sind ihr Geld wert.

Jeden Schritt der Produktion kann man nachvollziehen.

Da aber z. Zt. nicht Kleidungskauf, sondern meine Hündin meine oberste Priorität ist, habe ich dann erstmal in meinen eigenen Sachen gestöbert und mal wieder bei mir selbst „geshoppt“, und das kann ich nur empfehlen:

 

Tipp #5: Shoppe bei dir selbst.

Die Hose hatte ich schon fast vergessen, und das Oberteil, dessen Schulterpartie und Ausschnitt ich jetzt so schön finde, ist eigentlich ein Kleid. Clamotti-Style light.

 

So kommst du günstig an neue Outfits – ohne Kosten für die Umwelt

Jedes Frühjahr und jeden Herbst packt es mich, und ich mache Klamotteninventur. Ja, bei den Sachen, die ich schon besitze.

Im Herbst und Winter bevorzuge ich Herbstfarben wie Orange, Braun, Grün und Dunkelrot.

Im Frühling wandern die schwarzen und dunklen Teile in die Truhe bzw. Unterbettkisten.

Stattdessen konzentriere ich mich wieder auf die freundlicheren Farben: Türkis, helles Grün, Lila und Pink beispielsweise.


Und dann stelle ich mir neue Outfits zusammen.

Ich ziehe mir ein Lieblingsteil an und probiere dazu passende Ergänzungen aus. Auch mal ganz neue Kombinationen.

Jeder von uns besitzt schon so unglaublich viel. Werde kreativ, stelle die Teile neu zusammen, statt loszulaufen und gleich alles wieder neu zu kaufen.

Die Altkleiderberge sind unerträglich hoch.

Frische Ideen bekommst du durch neue Farb- und Schnittzusammenstellungen.

 

Tipp #6: Und Marie Kondō sorgt für Übersicht

Vor ein paar Monaten habe ich meine Kommode nach der KonMari-Methode neu eingeräumt.

Jetzt habe ich einen Regenbogen in meinen Schubladen!

Diese Methode wertschätzt, was man hat. Der Anblick allein ist jedes Mal wieder befriedigend.

Durch die aufrechte Anordnung sieht man sofort, was man besitzt. Das gelbe Top z. B. war irgendwo am Grund meiner Stapel in Vergessenheit geraten, aber nun ziehe ich es gern mal wieder an. Und schaffe somit neue Kombinationen.

Fast alle meine Klamotten passen in diese drei Schubladen, denn durch meinen Zwiebellook trage ich fast alle Kleidungsstücke zu jeder Zeit des Jahres.

Bei meinen Frühjahrs- und Herbst-Einkaufstouren – bei mir selbst – bekomme ich neue Ideen und neuen Schwung, und ich sehe sehr gut, ob ich mir überhaupt etwas nachkaufen muss.

Und wie viele BHs besitze ich jetzt? 3!

 

Die minimalistischen Klamotten-Tipps aus dem Artikel nochmal zusammengefasst:

Mein absoluter Tipp #1 ist daher: Entrümpeln!

Tipp #2: Tauschen. Kleidertauschparties oder Tauschen mit Freunden, Geschwistern etc. machen Spaß und bringen dir neue Stücke – und du findest dort manchmal Lieblingsstücke.

Tipp #3: Second Hand ist kreativer, ökologischer, individueller und fühlt sich genau so „neu“ an. Second Hand-Läden haben individuellere Teile für dich als die Klamottendiscounter, deren Sachen dann jeder trägt. (Und Second Hand ist umweltfreundlicher.) Kleiderkreisel ist die Online-Anlaufstelle für Second Hand-Klamotten.

Tipp #4: Upcycling macht Spaß. Nutze kreativ, was du hast. Kaufe nur Teile, die du wirklich brauchst. (Biobaumwolle gibt’s günstig bei C & A.) Trage Sachen so lange wie möglich.

Tipp #5: Shoppe erstmal bei dir selbst – mach gelegentlich Inventur. Probiere dabei neue Kombinationen aus.

Tipp #6: Und Marie Kondō sorgt für Übersicht.

 

Zum Weiterlesen:

Das E-Buch von der Zufriedenheit mit dem Genug: „Vom Minimalismus der Fülle“.

(9,99€ – E-Buch, .pdf)


Diese Ressourcen zum Entrümpeln deiner Besitztümer findest du in der ganzichselbst Lounge:

E-Kurse & E-Buch:

 

 

Hier gibt’s mehr Infos zur ganzichselbst Lounge.


 
 
 


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