„Mad dogs and Englishmen go out in the midday sun“. (Lied von Noel Coward) Der wusste das schon 1955.

Bewohner sehr heißer Länder wissen es auch:

Mittags bleibt man drinnen, tut nicht viel, ruht und wartet ab, bis es wieder kühler wird.

Machst du’s auch so?

Kannst du nicht?

Wieso nicht?

Wer darf in deinem Leben eigentlich bestimmen? Bist du erwachsen?


Nikita und ich gehen derzeit vor 9 Uhr morgens unsere Runde. Mittags trage ich sie nur zur nächstgelegenen Wiese, denn der Gehweg ist zu heiß für ihre Füßchen und mich. Und erst abends nach 9 gibt’s nochmal eine größere Runde.

Den Rest der Zeit bleiben wir drinnen. Trinken viel Wasser. Ruhen viel.

Alles andere wäre doch ungesund.

Das kannst du auch, wenn du dein eigener Herr bist und selbst über deine Zeit bestimmst.

Ich mache grundsätzlich seit 2008 keine Termine mehr.

Ich führe keine Telefonate. Ich hasse Telefonieren.

Überlege mir seeeehr genau, welche Zusagen ich noch gebe. (Ich frage mich: „Will ich die auch in ein paar Wochen noch einhalten?“)

Ich hab das alles aus meinem Leben einfach rausgeworfen.

Ja, meine Mutter und Schwiegermutter beklagen sich regelmäßig, dass ich zu selten anrufe. Aber welche Mutter tut das nicht?

Und weißt du was? Je mehr sie meckern und quengeln und vorwerfen, umso weniger gern rufe ich an.

Und das darf ich auch so handhaben. Umgangsregeln gelten auch für (Schwieger-)Mütter.

(Und ich hab ja nicht die Mütter selbst rausgeworfen, nur Verpflichtungen, die ich für überflüssig, stressend, energieraubend halte.)


Ich bin gerade jedenfalls entspannt und halbwegs kühl in meinem Zimmer. Nicht in irgend einem fremd bestimmten Büro. In meinem Zuhause. Bei den Wesen, bei denen ich auch sein will: Nikita, meine Aquarien …

Knuddle meinen Hund. Plansche in den Aquarien herum.

Der Ventilator läuft.

Und wenn ich will, fahre ich abends an den Badesee, so wie gestern.

Wann schmeißt du ungesundes Pflichtgefühl, Termine und Erledigungen, die nicht viel einbringen, nicht mal Freude, aus deinem Leben raus?