In den letzten Jahren übe ich, nicht mehr nur reflexartig auf alles zu reagieren, sobald etwas auf mich einströmt, sondern mir eine kurze Bedenkzeit zu genehmigen, bevor ich etwas entscheide. Z. B. bei Anforderungen anderer an mich, Terminsvereinbarungen, aber auch bei kritischen Äußerungen und Meinungen. Ich will dir hier meine 2 Schritte verraten, die ich dabei nutze.

 

Die meisten Reaktionen sind uns anerzogen worden und gar nicht unsere eigenen

Von frühester Kindheit drängten uns andere ihre Meinungen auf, wie wir zu sein haben, wie das Leben funktioniert. Diese Meinungen und unsere daraus resultierenden Reaktionen sind also meist gar nicht unsere eigenen.

Ich habe irgendwann damit begonnen, zu üben, meine eigenen bewussten Entscheidungen zu treffen und damit meine Handlungen und deren Auswirkung selbst zu steuern.

 

1. Schritt zu einer bewussteren Lebensführung

Wenn ich merke, dass ich mich wegen einer Anforderung anderer oder der Stimme eines Erziehungsberechtigten von früher in meinem Kopf oder wegen einer Meinung, die jemand anders hat, und die meinem inneren Gefühl widerspricht, unwohl fühle, dann halte ich inne und spüre nach und hinterfrage.

Ich ziehe mich in mich selbst zurück. Ja, mitten in dem Gespräch.

Robert Betz empfiehlt in so einer Situation die hübsche Frage an mich selbst: „Ist das nicht interessant?“ Wie ich da grad drauf reagiere?

Das ist der beste Ausgangspunkt zum folgenden Schritt:

 

2. Schritt zu einer bewussteren Lebensführung

Gib dir Zeit, deine spontane Reaktion auf etwas zu hinterfragen.

Warum trifft mich das jetzt? Warum kränkt oder beunruhigt mich das gerade? Was ist so schlimm an der Äußerung? Oder daran, dass jemand nicht gutheißt, was ich hier gerade tue?

Hat der andere Recht? Was wäre schlimm daran, wenn der andere Recht hätte?

Es können auch beide richtig liegen. Meist ist das nur seine/ihre Wahrheit, und das ist okay, aber für dich gilt eine ganz andere Wahrheit. Was bedeutet das jetzt für mich?

Muss ich etwas ändern? Was ist meine eigene Wahrheit in dieser Sache? Wie gehe ich – in Einklang mit meinem wahren Inneren – jetzt damit um?

 

Noch ein praktischer Tipp für ein wahrhaftigeres Leben

Wenn du das alles durchdacht hast, dann hast du eine bewusste Entscheidung getroffen, mit der du dich gut fühlst und die du gut nach außen hin vertreten und ggf. begründen kannst.

Wenn du nicht groß diskutieren willst, dann sagst du einfach nur: „Das ist aber meine Wahrheit. Für mich stimmt das so. Du kannst deine eigene Meinung haben, aber ich muss mich nicht danach richten.“

Man kann das üben. Mit etwas Gewöhnung und einem besser eingeübten Umgang mit den vielen Anforderungen, die wir täglich so an uns gestellt bekommen, werden wir bald gelassener – und wahrhaftiger – leben.

 

Wo ich bewusste Entscheidungen z. B. nutze

Morgens, noch im Bett, überlege ich mir, wie ich mir meinen Tag wünsche. Ich versuche, hinein zu fühlen und richte damit meinen Kompass entsprechend aus. Ich bin nun bewusster, was ich tun will und tun sollte, damit ich das gewünschte Gefühl für den Tag auch erreiche.

Vor jedem Essen und während des Essens lausche ich nun besser in mich hinein. Will ich das wirklich essen? Tut mir das gut? Brauche ich das überhaupt im Moment? Esse ich grad nur aus Gewohnheit? Wird mich das nähren? Und wann bin ich satt? Dann könnte ich ja aufhören. Ich esse nicht mehr, nur weil es gerade jemand auf den Tisch gestellt hat oder weil es die richtige Zeit dazu ist.

Beim Arbeiten merke ich, wenn meine Aufmerksamkeit nachlässt oder ich mich geschlaucht fühle. Dann mache ich eine Pause. Dabei richte ich mich nicht nach der Uhr und lass mir auch nicht von anderen vorschreiben, wann ich Pause machen darf und wann ich zu arbeiten habe. Meine Uhr ist mein Körper. Der gibt mir die richtigen Signale.

 

Die Vorteile der bewussten Entscheidung

Ich muss mich mit weniger Müll rumschlagen, den andere mir aufhalsen wollen.

Ich habe viel mehr Qualitätszeit in meinem Alltag.

Ich fühle mich freier, mündiger, selbstbestimmter. Das ist Selbst-Bewusst-Sein.

 

Trau dich, dir selbst zu vertrauen

Niemand kennt dich so gut wie du selbst. Warum hörst du auf all die anderen, die nicht in dich hineinschauen und deine Bedürfnisse gar nicht so gut kennen können wie du selbst? Du allein bist dein Maß.

Du bist erwachsen. Deine Eltern haben dir nichts mehr vorzuschreiben. Sie müssen auch nicht mehr für dich sorgen. Das ist jetzt dein Job. Du bist deine eigene Mama/dein eigener Papa, und du wirst dein bester Fürsorger sein, wenn du nur ein bisschen in dich hinein horchst und auf dich eingehst.


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